Expertenfragen

1. Müssen sich deutsche Holzimporteure, -händler oder –verarbeiter für die PEFC-Produktkette bewerben um mit PEFC-zertifiziertem Holz aus Malaysia handeln zu können?

Ja. Interessenten müssen das Zertifikat der PEFC-Produktkette führen.

 

2. Wird die öffentliche Auftragsvergabe des Bundes PEFC anerkanntes Holz aus Malaysia zulassen?

Ja. Die öffentliche Auftragsvergabe des Bundes akzeptiert PEFC und damit alle anerkannten Systeme, genauso wie es bei FSC der Fall ist. PEFC-zertifizierte Holzprodukte aus Malaysia erfüllen daher die Vorgaben des Bundes.

 

3. Gibt es auch bei einer PEFC-Zertifizierung die Möglichkeit des „mixed sources" Zertifikats wie bei FSC?

Nein, bei PEFC gibt es keine „mixed sources"-Regelung. Ein Produkt kann nur mit dem PEFC-Logo versehen werden, wenn der eingesetzte Holzrohstoff auch zu mindestens 70 Prozent aus PEFC-zertifizierten Quellen stammt. Für die restlichen nicht zertifizierten Rohstoffe muss ausgeschlossen sein, dass diese aus umstrittenen Quellen stammen.

 

4. Wie errechnet sich der prozentuale Anteil der Materialien (Volumen, Gewicht, Wert)?

Die Prozentsatzmethode errechnet sich nach der Maßeinheit des zertifizierten Rohstoffes im Einkauf. Bei Holzverarbeitern für Türen oder Fenster wird er nach Kubikmetern berechnet. Ein Rundholzhändler rechnet mit Festmetern, eine Papierfabrik mit Tonnen.

 

5. Wie gestaltet sich die Prozentsatzmethode bei einem Produkt, das aus verschiedenen Materialien besteht?

Innerhalb eines Produktes wird nur der „Rohstoff-Holz" betrachtet. Eventuell andere eingesetzte Stoffe gelten somit als „neutral".

 

6. Besteht für einen Handwerksvertrieb die Möglichkeit einer individuellen Zertifizierung oder bietet PEFC eine „Sammelzertifizierung" an?

Der CoC-Standard von PEFC eröffnet die Möglichkeit einer Multi-Site-Zertifizierung. Der Vorteil: Durch die Gruppenlösung wird eine PEFC-CoC-Zertifizierung günstiger. Die Vorraussetzung für eine Multi-Site-Zertifizierung ist jedoch eine Gruppenvertretung, die das „Zertifizierungs-Management" übernimmt und jährlich interne Audits in den Mitgliedsbetrieben durchführt. Diese Gruppenvertretung muss volles Durchgriffsrecht besitzen und im Falle von Verstößen gegen den PEFC-CoC-Standard auch einen Mitgliedsbetrieb sanktionieren können. Hinsichtlich des überschaubaren Aufwandes (ca. 1000 Euro pro Jahr) scheint eine individuelle Zertifizierung für einen Handwerksbetrieb eine durchaus realistische Alternative zu sein.

 

7. Was müssen PEFC-CoC-zertifizierte Unternehmen beachten?

Nach dem seit 1.1.2011 gültigen PEFC-Standard kann keine Ware als Streckengeschäft weitergegeben werden und der Zertifizierungsstatus mit den Begleitdokumenten des letzten zertifizierten Unternehmens belegt werden. Jedes Unternehmen das eine Aussage zum Zertifizierungsstand treffen möchte, benötigt ein PEFC-CoC-Zertifikat.